Feldnotiz aus Werder · #01

Warum meine Website nur noch eine Seite hat

Fünfzehn Seiten, drei Designs, ein Chatbot: Im August habe ich meine Website auf eine Seite gekürzt. Was ich dabei über das Weglassen gelernt habe.

· 4 Min. Lesezeit · KI Katapult

KI-generiert: Diesen Text hat eine KI geschrieben.

Vorher und nachher: oben die alte Startseite von KI Katapult in Mint und Cyan mit dem Satz „Silicon Valley Speed“, unten die neue Seite in Gelb mit dem Satz „Ich baue, was ich Ihnen empfehle.“

Ende August habe ich meine eigene Website durchgezählt. Fünfzehn Seiten. Elf davon sollten etwas verkaufen, vier waren Impressum, Datenschutz und AGB. Auf der Startseite stand als Überschrift: „Silicon Valley Speed trifft Deutsche Gründlichkeit.“

Wer liest so einen Satz? Ein Tischler aus Werder? Eine Steuerkanzlei in Potsdam mit vierzig Leuten? Die wollen wissen, was ich mache, was es kostet und wie sie mich erreichen. Auf meiner Seite mussten sie dafür suchen.

Heute hat ki-katapult.de eine Seite auf Deutsch, eine auf Englisch und das Rechtliche. Dasselbe Muster sehe ich in fast jedem Betrieb, in dem ich arbeite. Deshalb steht diese Geschichte hier am Anfang.

Wie es so weit kam

Jede einzelne Seite hatte einen Grund. Eine Seite für KI-Mitarbeiter, weil das Thema gerade lief. Eine für OpenClaw-Setups, weil Leute danach gefragt haben. Eine Beratungsseite, eine Seite für Entwickler auf Englisch, und zu fast jeder deutschen Seite eine englische Schwester. Dazu kam ein „KI-Check“, ein Chatbot, der Besuchern Fragen zu ihrem Betrieb gestellt hat.

Von außen sah das nach drei Firmen aus. Die Leistungsseiten waren cyanblau mit runden Ecken, die Startseite mintgrün mit sechs Akzentfarben, die Rechtsseiten fast ungestaltet. Jede Seite hatte ihre eigenen Stilangaben im Code. Wollte ich eine Farbe ändern, musste ich das an zehn Stellen tun. Wegen der englischen Schwestern meistens zweimal.

Gemerkt habe ich das lange nicht. Ich habe immer nur die Seite angeschaut, an der ich gerade gearbeitet habe.

Was ich gestrichen habe

Für jede Seite habe ich mir eine Frage gestellt: Würde eine Geschäftsführerin mit fünfzig Mitarbeitern sie vermissen?

Meistens nicht. Aus den Leistungsseiten wurden vier Karten auf einer Seite. Die englische Entwicklerseite habe ich abgeschaltet, den Chatbot auch. Ich hatte keinen Nerv, einen KI-Chatbot zu warten, der Besuchern Fragen stellt, die ich im ersten Gespräch sowieso selbst stelle. Die alten Adressen leiten auf die neue Seite weiter, wer einen alten Link anklickt, landet also nicht im Leeren.

Zwei Dinge habe ich behalten und umgebaut.

Das eine sind die Preise. Die gab es vorher auch, nur verstreut: Spannen auf der Beratungsseite („1.500–3.000 €“, „2.000–5.000 € pro Monat“, „Individuell, nach Aufwand“), Monatspreise auf der Seite für KI-Mitarbeiter, noch ein Preis auf der Startseite. Wer wissen wollte, was eine Einführung kostet, musste drei Seiten vergleichen und hatte danach immer noch keine Zahl. Jetzt steht jede Leistung mit einem festen Preis auf der einen Seite. Eine KI-Einführung kostet 3.000 €, ein KI-Agent 1.500 € für die Einrichtung und 300 € im Monat für den Betrieb, ein Vortrag 1.500 €, jeweils zzgl. USt. Ich glaube inzwischen, dass eine Spanne fast so abschreckend ist wie gar kein Preis.

Das andere ist der Weg, mir zu schreiben. Vorher gab es auf sechs Seiten Kontaktformulare und dazu einen Link zur Terminbuchung. Heute gibt es kein Formular mehr. Wer Kontakt aufnehmen will, klickt auf einen Knopf, und das eigene E-Mail-Programm öffnet sich mit einem vorbereiteten Text. Man ergänzt nur die gelben Stellen: Firma, Anzahl Mitarbeiter, was gerade nervt. Auf meiner Seite wird nichts gespeichert, die Mail geht direkt an mich. Wer auf dem Handy kein Mailprogramm eingerichtet hat, kopiert die Adresse daneben.

Dazu kam ein neues Design. Kräftiges Gelb aus meinem Logo, dicke dunkle Linien, keine runden Ecken. Für mich heißt die Richtung „Maschinenbau, nicht Software“. Ich baue Werkzeuge für Betriebe, und die Seite soll auch so aussehen. Ganz oben steht jetzt der Satz, den ich auch im ersten Gespräch sage: „Ich baue, was ich Ihnen empfehle.“

Bauen ging schnell

Am 26. August habe ich mich für die neue Richtung entschieden. Am 27. August stand die neue Seite, mit englischer Version, Weiterleitungen und überarbeiteten Rechtstexten. Den Code hat ein KI-Agent geschrieben. Ich habe entschieden, geprüft und korrigiert.

Länger gedauert hat das Entscheiden. Welche Seite fliegt raus, welcher Satz bleibt? Das konnte mir keine KI abnehmen. Sie hat aber dafür gesorgt, dass eine Entscheidung am nächsten Tag umgesetzt war und nicht irgendwann im nächsten Quartal. Das Bauen war diesmal der kleinere Teil der Arbeit.

Was das für Ihren Betrieb heißt

In den Betrieben, die ich kenne, steckt dasselbe Muster selten in der Website. Meistens steckt es in der Software.

Ein Werkzeug kam dazu, weil gerade ein Problem drückte. Dann noch eins. Jedes für sich vernünftig. Nach ein paar Jahren gibt es sieben Abos, Kundendaten an drei Stellen und eine Excel-Liste, die alles zusammenhält. Jede Änderung muss an mehreren Stellen gemacht werden. Weil Umbauen früher teuer war, blieb es so.

Das hat sich geändert. Eine Software anzupassen, zwei Werkzeuge zusammenzulegen oder ein Abo durch etwas Eigenes zu ersetzen, kostet heute einen Bruchteil von früher. Was bleibt, ist die Frage, was Sie wirklich brauchen und was Sie nur machen, weil es schon immer so war.

Bei einer KI-Einführung fange ich genau damit an. Ich bin zwei Tage in Ihrem Betrieb und schaue mir an, wie gearbeitet wird. Am Ende wissen Sie, an welchen zwei oder drei Stellen KI bei Ihnen wirklich Zeit oder Geld spart, und was Sie besser lassen. Wenn dafür etwas gebaut werden muss, baue ich es.

Fünfzehn Seiten haben vor allem Arbeit gemacht, mir beim Pflegen und den Besuchern beim Suchen. Ob die eine Seite auch mehr Anfragen bringt, weiß ich noch nicht. In drei Monaten schaue ich nach und schreibe es hier auf.

Kennzeichnung nach Art. 50 der EU-KI-Verordnung: Diesen Text hat ein KI-Agent nach meinen Vorgaben geschrieben.

Feldnotiz #01 — Kontakt

Wo macht bei Ihnen eine Änderung doppelte Arbeit?

Schreiben Sie mir zwei Sätze dazu. Ich sage Ihnen, ob sich da etwas weglassen oder zusammenlegen lässt. Das erste Gespräch kostet nichts.

Betreff, den ich vorbelege
Anfrage KI-Einführung – [Firma]
Text, den ich vorbelege — Sie ergänzen nur die gelben Stellen
Hallo Herr Neunzig, wir sind [Firma] aus [Ort], [Anzahl] Mitarbeiter, Branche [Branche]. Wir wollen KI einführen, wissen aber nicht, wo es sich bei uns rechnet. Am meisten Zeit frisst gerade: [z. B. Angebote schreiben, Rechnungen zuordnen]. BAFA-Zuschuss: [beantragen wir / eher nicht / wissen wir noch nicht] Passt ein Erstgespräch in den nächsten zwei Wochen? [Name] [Telefon, optional]
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