Ich musste ein Schülerpraktikum anders vorbereiten als gedacht.
Ein Schülerpraktikum brachte Fragen zu Lernziel, Vertrag, Aufsicht, Datenschutz und Versicherung auf den Tisch. KI half beim Sortieren und Entwerfen.
KI-generiert: Diesen Text hat eine KI geschrieben.

Ich hatte zuerst nur an den Vertrag gedacht.
Dann wurde mir klar, dass ein Schülerpraktikum über die Schule nicht einfach dasselbe ist wie ein Praktikum in den Ferien. Ich musste erst verstehen, was bei diesem Praktikum eigentlich vereinbart werden sollte. Es ging nicht darum, einen Platz mit irgendeiner Tätigkeit zu füllen. Der Schüler sollte etwas lernen.
Das klingt selbstverständlich. Aufgeschrieben war es damit noch nicht.
Ich habe mich hingesetzt und die Punkte gesammelt, die ich klären musste. Was wird als Lernstoff angeboten? Was gehört zu den Aufgaben des Praktikanten, was nicht? Wie gehen wir mit Datenschutz um? Dürfen Bilder oder Tonaufnahmen entstehen? Wer achtet auf Aufsicht und Fürsorge? Und wie ist der Versicherungsschutz geregelt?
Dazu kamen Fragen zum Rahmen des Praktikums: kein Ersatz für eine Arbeitskraft, keine Vergütung, und kein gewöhnliches Arbeitsverhältnis. Ich wollte, dass das Dokument den Zweck klar macht: ein Schüler kommt zum Lernen. Nicht, um eine Lücke im Dienstplan zu füllen.
Am Ende stand ein Vertrag über fünf Seiten. Fünf Seiten wirken für ein Praktikum vielleicht nach viel Papier. Für mich waren sie ein Hinweis darauf, wie viele Dinge ich vorher noch nicht auseinandergehalten hatte.
Erst den Rahmen, dann den Vertrag
Der Vertrag war nicht der Ausgangspunkt, sondern das Ergebnis einer Sortierarbeit. Ich musste benennen, was der Schüler sehen und ausprobieren kann, was er nicht übernehmen soll und worauf wir achten müssen. Erst dann konnte ich den Text aufsetzen.
Die rechtliche Einordnung war dabei nicht etwas, das ich mit einer Formulierung erledigen konnte. Ein Praktikum über die Schule und ein Ferienpraktikum sind nicht dasselbe, wie ich gelernt habe. Deshalb musste ich die Bedingungen für diesen konkreten Fall zusammentragen und offene Punkte nachfragen, statt eine Vorlage blind zu übernehmen.
Auch beim Versicherungsthema gab es keine automatische Nachricht, die mir alles abgenommen hätte. Ich hatte noch keinen Brief von der Berufsgenossenschaft bekommen. Also haben wir selbst Kontakt zur VBG aufgenommen und die gesetzliche Unfallversicherung für den Praktikanten angestoßen. Zusätzlich habe ich über meinen Versicherungsmakler eine separate Haftpflichtversicherung für den Verein abgeschlossen.
Was genau eine Organisation melden muss, hängt vom zuständigen Unfallversicherungsträger und vom konkreten Fall ab. Die VBG verweist bei unbezahlten Praktika darauf, die Meldepflicht direkt mit dem zuständigen Träger zu klären. Für mich war die praktische Erkenntnis einfacher: Ich sollte nicht darauf warten, dass ein Brief kommt, wenn ich eine konkrete Frage habe.
Ich schreibe das nicht als Rechtsrat. Ich kann aus meinem Fall keine allgemeine Regel für jeden Verein oder jeden Praktikumsplatz machen. Ich kann nur sagen, welche Punkte ich klären musste und dass ich dafür selbst bei der VBG nachgefragt habe.
KI half beim Sammeln und Formulieren
Bei der Recherche und beim Entwurf habe ich KI genutzt. Sie hat Informationen gesammelt und daraus einen Vertragsentwurf erstellt. Danach habe ich eine zweite Sprachmodell-Anwendung gebeten, den Entwurf gegenzuprüfen.
Das hat mir geholfen, aus einem zunächst unübersichtlichen Thema eine Arbeitsgrundlage zu machen. Aber zwei Modelle machen aus einem Entwurf keine verbindliche Auskunft. Das zweite Modell war eine zusätzliche Prüfrunde, nicht die Stelle, die Verantwortung übernimmt. Die Entscheidung, was in den Vertrag gehört und was ich mit der VBG klären muss, blieb bei mir.
Für mich war das ein brauchbarer Einsatz: KI hat beim Ordnen und Formulieren geholfen. Sie hat nicht entschieden, was der Schüler lernen soll, wer ihn beaufsichtigt oder welche Versicherung für den konkreten Fall zuständig ist.
Das ist ein Unterschied, den ich auch bei Unternehmen wichtig finde. Ein Textgenerator kann einen ersten Entwurf liefern. Bevor man ihn nutzt, muss aber klar sein, welche Aufgabe der Text erfüllen soll, welche Informationen hineingehören und wer den letzten Blick darauf wirft. Sonst produziert das Werkzeug nur schneller Unklarheit.
Praktikum heißt auch Lernziel
Der Schüler soll kennenlernen, was ein Verein kann und wie er arbeitet. Dazu gehört für mich auch die Frage, wie wir mit KI umgehen. Ich möchte ihm erste praktische Erfahrungen mit KI-Agenten ermöglichen – als Werkzeug, das bei Aufgaben helfen kann, und als eine Art Kollege, dessen Vorschläge man prüfen muss.
Das ist kein Ersatz für die Betreuung. Ein Agent trägt keine Verantwortung für einen Jugendlichen und kann keine Aufsicht übernehmen. Gerade deshalb gehört die menschliche Seite zum Lernziel: verstehen, was das Werkzeug kann, wo es Fehler machen kann und wann ein Mensch entscheiden muss.
Ich selbst habe bei der Vorbereitung ebenfalls gelernt. Nicht nur, was in ein Dokument gehört, sondern auch, wie wichtig es ist, den Zweck einer Aufgabe zuerst auszusprechen. Ein Schülerpraktikum ist kein Ferienjob mit anderem Namen. Es braucht einen Rahmen, in dem Lernen, Schutz und Verantwortung zusammenpassen.
Wenn ich das nächste Mal eine neue Aufgabe im Verein angehe, will ich früher fragen: Was soll die Person dabei lernen? Welche Pflichten übernehme ich? Und was muss ich vor dem ersten Tag noch klären?
Das sind keine Fragen, die eine KI für mich beantworten kann. Aber sie kann helfen, sie auf eine Seite zu bringen, damit ich nichts Wesentliches übersehe.
Bei einem nächsten Praktikum würde ich noch früher mit dieser Liste anfangen. Zuerst das Lernziel in einem Satz. Dann die Aufgaben, die dazu passen. Danach die Punkte, die ich mit der Schule oder dem Versicherungsträger direkt klären muss. Erst wenn das steht, lohnt es sich, den Vertrag zu formulieren. So sehe ich eher, ob das Dokument wirklich den Ablauf beschreibt oder nur ordentlich aussieht.
Das ist auch die Stelle, an der ein KI-Agent nützlich sein kann. Er kann wiederkehrende Fragen sammeln, einen Entwurf strukturieren oder eine Checkliste vorbereiten. Er kann nicht entscheiden, welche Verantwortung ich übernehme. Der Unterschied klingt klein, ändert aber, wofür ich das Werkzeug einsetze.
Ich wollte dem Schüler nicht nur einen Platz anbieten. Ich wollte ihm zeigen, wie eine Organisation arbeitet und wie KI darin als Werkzeug auftaucht. Damit das gelingt, musste ich zuerst selbst klären, was ich von ihm erwarte und was er von mir erwarten kann.
Quellen
- VBG, „Gegen Unfälle versichert – im Praktikum und Ferienjob“: https://www.vbg.de/cms/_Resources/Persistent/c/9/7/d/c97d8c8a611dc07afbd9f4fb58d285605501c672/Infoflyer_Praktikanten_und_Ferienjobber.pdf
Kennzeichnung nach Art. 50 der EU-KI-Verordnung: Diesen Text hat ein KI-Agent nach meinen Vorgaben geschrieben.